Sonntag, 7. Februar 2010 15:53
Die Kandidaten der Mottoshows der aktuellen Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” stehen fest, Zeit, für ein erstes subjektives Resumee.
Das Casting war wie immer amüsant, wobei niemand an meinen Songquiz-Helden herankommt. Schon früh war aber wieder einmal zu erkennen, dass bei der Auswahl der weiteren Kandidaten bestimmte Klischees erfüllt werden sollen und Quote wieder einmal über Qualität geht - man darf nicht vergessen, dass das Format nicht “Deutschland sucht den besten Sänger heißt”, aber wie sehr bereits im Vorfeld Krankheiten und persönliche Schicksalsschläge ausgeschlachtet werden und dass Kandidaten durch blankes Jammern und Nerven wir Malcolm es immerhin bis in den Recall schaffen. Auch im Recall wurde schnell deutlich, welche Kandidaten auf Biegen und Brechen in die Endausscheidung gebracht werden sollen und welche nicht ins Sendekonzept passen. Auffällig war, dass bei den männlichen Teilnehmern generell mehr Talent zu erkennen war, dies aber für eine “vorzeigbare
Letztlich sind folgende 15 Kandidaten übrig geblieben:
Naomi Marte: Nachdem es in der vergangenen Staffel eine Harfenspielerin in die Top 15 geschafft hat, hat es mit Akkordeon-Naomi die nächste Kandidatin mit einem ungewöhlichen Instrument ins Finale geschafft - nach ihrem interessanten Auftritt im Casting, ist sie in meinen Augen beim Recall aber eher blass geblieben. Hübsch ist sie, talentiert auch, aber in meinen Augen keine Kandidatin für den Gesamtsieg.
Superstar-Klischee: ungewöhnliches Instrument
Thomas Karaoglan: der “Checker” ging mir von der esten Sekunde unfassbar auf den S*ck, mangelndes Talent überspielt er durch ein übersteigertes Selbstvertrauen - und hat mit diesem Auftreten die Jury auf seine Seite gebracht.
Wird sicherlich nicht der nächste Superstar werden, weil er musikalisch talentbefreit ist, trotz dessen wird er uns noch ein paar Sendungen auf den Geist gehen - bis es auch der Jury zu blöd sein wird, dass außer Show nichts dahinter steckt.
Superstar-Klischee: große Klappe, nichts dahinter
Steffi Landerer: ihr Gesangstalent kann mit viel gutem Willen noch als “ok” umschreiben, ist aber sicherlich nicht ausreichend, um damit auch nur eine Platte zu verkaufen. Die zwei wahren Gründe für ihr Weiterkommen hängen auch unterhalb der Stimmbänder…
Superstar-Klischee: Sex sells
Nelson Sangaré: für mich der erste Kandidat in der Liste, der es wirklich verdient hat, in die Finalshows zu kommen und für mich jemand ist, der um den Gesamtsieg kämpfen wird. Er hat eine schöne, einfühlsame Stimme, hat musikalisch schon Vielseitigkeit bewiesen und macht optisch was her. Er wäre der Quoten-Schwarze, aber da würde man ihm bei seiner Leistung unrecht tun.
Maria Valencia: Mein erster Gedanke: Wer? Für mich die Kandidatin, mit der ich überhaupt nichts verbinde - und damit wohl auch genauso schnell wieder aus der Erinnerung wie aus den Mottoshows verschwinden wird, aber irgendwie musste man die Frauenquote wohl aufrecht erhalten.
Superstar-Klischee: das 15. Rad am Wagen
Menowin Fröhlich: mit dem ehemaligen Kandidaten, dessen Superstar-Traum damals geplatzt ist, weil er mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, hat RTL natürlich eine Geschichte, die sich prima ausschlachten lässt - wobei auch Menowin das nicht gerecht wird, weil er zu den talentiertesten Kandidaten gehört. Er hat seinen eigenen Stil, ist sympathisch und singt mit viel Gefühl - ein absoluter Kandidat für den Gesamtsieg. Überraschenderweise scheint er auch musikalisch vielseitig zu sein: Hip Hop, Balladen, Sommer-gute-Laune-Songs: bei allen fühlt er sich wohl.
Superstar-Klischee: aus der Gosse zum Star
Kim Debkowski: hat sich seit dem letztjährigen Recall enorm gesteigert, an sich gearbeitet und war eine der besten weiblichen Kandidaten, so dass sie verdiente Teilnehmerin der Top 15-Shows ist - und schnuckelig ist sie auch, sofern man das unter 15kg Makeup beurteilen kann.
Superstar-Klischee: der singende Schminkkasten
Mehrzad Marashi: Mehrzad ist der Kandidat, der mich bislang am meisten überrascht hat: bei seinem ersten Einspieler im Casting dachte ich “was ist das für einer” - um sich dann in seinen Gesprächen als absoluter Sympath herauszustellen und dazu spricht er mich auch musikalisch total an. Für mich jemand, der es auf jeden Fall weit bringen wird…
Superstar-Klischee: gut und sympathisch, geht doch!
Marcel Pluschke: kann nicht wirklich singen, kann kein Englisch - wenn das also einer der 15. besten von mehreren tausend Teilnehmern sein soll, dann falle ich vom Glauben ab. Was der in den Mottoshows soll, ist mir ein absolutes Rätsel… *wunder*
Superstar-Klischee: da muss eine Verwechslung vorliegen…
Manuel Hoffmann: für mich ebenfalls einer der “besseren” Kandidaten, dazu der Typ “netter Kerl” - um am Ende wirklich bei den letzten Shows dabei zu sein, muss er aber auch mal Ecken und Kanten beweisen, sonst ist die Gefahr zu groß, dass er insgesamt zu blass bleibt.
Superstar-Klischee: Schwiegermamas Liebling
Ines Redjeb: sieht verboten gut aus *yummi*, singen kann sie auch und scheint auch den Rat der Jury aus dem Casting berücksichtigt zu haben, dass sie an ihrer Performance arbeiten muss und sich entsprechend “verkaufen” muss.
Superstar-Klischee: junge Mami
Dirk Petry: der Quoten-Spinner, letztes Jahr war es Holger Göpfert, dieses Jahr ist es Dirk Petry. Sehen wir es positiv: er hat seinen ganz eigenen, unverkennbaren Stil.
Superstar-Klischee: Dachschaden
Helmut Orosz: Sunnyboy und Showtalent.
Superstar-Klischee: letzte Chance DSDS
Céline Denefleh: Unerträgliche Quäk-Stimme wie Kermit der Frosch. Hat sich gegen etliche bessere Kandidaten durchgesetzt, weil man ihre Krankheitsgeschichte medial ausschlachten kann - und mir kommt es schon aus den Ohren raus!
Superstar-Klischee: Deutschland sucht die Krankenakte
Kevin Reichmann: Ähnlich wie bei Maria Valencia für mich ein Kandidat, der mir bislang weder besonders positiv noch negativ aufgefallen ist, sein letzter Recall-Auftritt war aber nicht so verkehrt… wird unter “ferner liefen” landen, weil er weder musikalisch herausragend noch sonst irgendwie besonders ist.
Superstar-Klischee: entfällt wegen is’ nich’
Die Klischee-Kandidaten sind jedes Jahr austauschbar, dafür sind etliche interessante und talentierte Kandidaten unkommentiert in der Versenkung verschwunden, z.B. Joel, der gitarrenspielende Australier oder auch Maximilian, von dem man auf einmal auch nichts mehr gehört hat.