Room with a VIEW

Montag, 16. August 2010 18:46

Oder doch “A VIEW to a kill”?

Wenn man der Medienlandschaft Glauben schenken mag, hängt die Zukunft unseres Heimatlandes auf Gedeih und Verderb daran, ob ein Unternehmen die eigenen 4 Wände fotografieren darf oder nicht. Nicht wirtschaftliche Probleme beherrschen die ersten und größten Schlag- wie Kopfzeilen, nicht Umweltkatastrophen und auch nicht politische oder gesellschaftliche Entwicklungen - sondern einzig die Frage danach, wie Deutschland darüber denkt, dass Google Street View nun auch die deutschen Straßen befahren und selbige in Bildmaterial festhalten und für alle im Internet zugänglich machen will.

Wenn ich lese, was da an ebenso polemischer wie schlichtweg falscher Berichterstattung durch die Medien geht, weiß ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll. Sicherlich kann man generell Google als allumfassenden, datensammelnden Weltkonzern hinterfragen, aber bei der inhaltlichen Wahrheit sollte man schon bleiben: Google befährt öffentliche Straßen und schießt von dort aus Fotos, die jeder Privatmann ebenso machen könnte - und vor allem auch dürfte! Auch bei einzelnen Fotos gibt es kein Gesetz, das nicht Fotografien von öffentlichen Plätzen aus verbieten würden (von einzelnen Ausnahmen bei der Veröffentlichung z.B. der Lichtinstallation des Eiffelturms einmal abgesehen) - und danach hat bislang auch kein Hahn gekräht, bis sich Zeitungen und TV-Sendungen das Thema nun offenbar auf die Fahnen geschrieben haben. Google ist groß, Google ist mächtig, die Technik ist (relativ) neu, da kann man schon einmal durch gezielte Meinungsmache Auflage machen und Zuschauer mobilisieren.

Es werden von den Google-Mitarbeitern keine Privatgrundstücke befahren oder betreten, dementsprechend sieht man nichts, was nicht ohnehin jederman auch so hätte sehen können, wenn er seinen Hintern vom Fernsehsessel erhebt und einen Schritt nach draußen tut.
Vor allem aber handelt es sich bei der Bilddatenbank um keine Webcam, die dauerhaft Bilder ins Netz übermittelt, sondern um eine einzige Momentaufnahme, auch das grenzt die Gefahr der “Ausspionierbarkeit” doch deutlich ein.

Und was muss man dann in der Zeitung mit den 4 Buchstaben, die uns allumfassende BILDung verspricht lesen? Juliane Winterberg (19, mit Foto), Sozialfachangestellte aus Gerstungen entblödet sich nicht, auf der Titelseite der besagten Zeitung folgendes zum Schlechtesten (vom Besten kann nicht die Rede sein) zu geben:
“Ich sonne mich oft im Bikini auf der Terrasse. Durch Google finden Spanner doch sofort mein Wohnhaus.”

Genau so wird es sein, die Wahrscheinlichkeit ist natürlich groß, dass du just in dem Moment, wo Google sein Foto macht, wenig bekleidet auf dem Balkon herumturnst.
Völlig unwahrscheinlich hingegen ist es, dass dir nun irgendwelche Spanner auflauern, weil du unter Nennung deines Names, deines Berufs, deines Fotos, deines Alters und deines Wohnorts auf dem Titelblatt einer Zeitung mit Millionenauflage verkündest, dass du gerne und regelmäßig deine Tröten auf dem frei einsehbaren Balkon in die Sonne hältst.

Ich bin dann mal auf dem Weg, wollte mal in Gerstungen vorbei schauen…

Thema: Allgemein | Kommentare (1)

WM 2010 - die Einzelkritik

Donnerstag, 8. Juli 2010 19:01

Nachdem ich mich gestern dem generellen Abschneiden und Auftreten des deutschen Teams bei der Fuppes-WM in Südafrika gewidmet habe, möchte ich auch nicht mit einer höchst subjektiven Einzelkritik geizen. ;-)

Manuel Neuer:
Durch Robert Enkes verletzungsbedingten Ausfall und den Rippenbruch von Rene Bundesadler, der ihn im heimischen Leverkusener Horst verweilen ließ, kam in Südafrika die vermeintliche Nummer 3 zum Einsatz: Manuel Neuer. Er zeigte herausragende Reaktionen auf der Linie, bei der Strafraumbeherrschung hatte er “Wackler”, die aber nicht weiter ins Gewicht fielen (z.B. beim Gegentreffer beim 4-1 gegen England) oder folgenlos blieben (wie im Vorrundenspiel gegen Ghana). Ingesamt war Neuer ein sicherer Rückhalt, auf den sich das Team jederzeit verlassen konnte und er strahlte eine große Ruhe aus.
Wie so oft hatte Deutschland im Tor eher ein Luxusproblem, denn auch mit Hans-Jörg Butt oder Schmalzlocke Wiese wären mir sicher keine (bzw. nicht noch mehr als ohnehin vorhanden) grauen Haare gewachsen.
Im Halbfinalspiel gegen Spanien war Neuer überragend und nahezu der einzige deutsche Spieler, der seine Leistung abrufen konnte und damit Deutschland lange im Spiel hielt, beim späten Siegtreffer der Iberer war Neuer machtlos.

Note: 2+

[...]

Thema: Allgemein | Kommentare (1)

Ausgeträumt!

Donnerstag, 8. Juli 2010 0:34

Es ist Mittwoch, der 07.07.2010, der Tag nähert sich langsam seinem Ende und ebenso hat die WM für das deutsche Fußball-Nationalteam heute ein ebensolches Ende gefunden - also ein Anlass, um ein wenig auf diese WM zurück zu blicken und ein paar eigene Ansichten in blumige Worte zu fassen.

Der eine oder andere mag gerade gestutzt haben: Ende? Samstag ist doch noch das Spiel um Platz 3! - Sicherlich, aber dieses Spiel finde ich so überflüssig wie einen Kropf, letztlich bleibt es doch unerheblich, wer den Kampf um die goldene Ananas gewinnt (oder müsste es genaugenommen nicht die Bronze-Ananas sein?).

Wie ist also die WM im Einzelnen für das DFB-Team verlaufen?

Nach nur 8 Minuten konnte Deutschland im Eröffnungsspiel gegen Australien jubeln, ein Tor, das die nötige Sicherheit gegeben hat, um einen nie wirklich gefährdeten 4-0 Sieg gegen die “Socceroos” einzufahren.
Deutschland zeigte sich ebenso offensiv- wie kombinationsstark, traf aber auch auf einen schwachen Gegner, der zudem durch eine überharte rote Karte dezimiert wurde.

Die Reaktionen sowohl in der Medienlandschaft als auch bei vielen Fans gingen klar in eine Richtung, zumal sich viele Turnierfavoriten in der Gruppenphase sehr schwer taten: Deutschland wird Weltmeister. Bereits hier war die Betrachtung genauso Schwarz-Weiß wie die Sporthemden und -hosen der deutschen Elf. [...]

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Alles grande, oder was?

Sonntag, 2. Mai 2010 22:04

Den heutigen Abschluss des Wochenendes im McCafé möchte ich nutzen, meinem Blog wieder ein wenig Leben einzuhauchen. Um es mit den Worten von Jochen Malsmheimer zu fassen: früher war mitnichten alles besser, aber was früher gut war, wäre auch heute noch gut, wenn man es in Ruhe gelassen hätte.

Wo sind sie hin, die schönen deutschen Adjektive wie “klein”, “mittel”, oder “groß”? Klingt es wirklich edler oder gar wohlschmeckender, wenn einem die Kaffee-Spezialität in “grande” serviert wird? Wäre der deutsche Begriff für den potentiellen Käufer zu trivial und somit uninteressant?

Nachdem ich mich heute für eine der (gefühlt) 1248 verschiedenen Kaffee-Varianten entschieden hatte, wurde ich gefragt, ob ich die Fleckenmilch (latte macchiato) denn gerne in “tall” oder “grande” möchte - eine Frage, die mich noch mehr ge- und überfordert hat, als die Wahl der Geschmacksrichtung im Vorfeld.

Spontan kramte ich in meinen Englisch- und Italienisch-Kenntnissen und kam zu der Erkenntnis, dass sowohl “tall” als auch “grande” ein und das selbe bedeuten, nämlich: groß. Was wollte ich denn nun? Ein anglophones groß? Würde das mit einem italienischen Latte macchiato überhaupt harmonieren? Sind große Engländer wohl größer als große Italiener - wir kennen ja auch Titel wie “2 kleine Italiener”?

Fragen über Fragen, aber die nette Dame auf der anderen Seite der Theke war bereit mir auszuhelfen, im McCafé-Neudeutsch ist also “grande” die größte Menge an Kaffee, die man erwerben kann, “tall” ist nur so ein Mittelding. Also doch ein großer Italiener und nur so ein mittelmäßiger Engländer. Wieso auch immer.
Ach ja. Geschmeckt hat er, egal unter welchem Namen. Die Schwarzwälder Kirschtorte übrigens auch, die gab es aber auch nur in einer Einheitsgröße.
In diesem Sinne: ich liebe es.

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Angelo im Arschgesichterland

Donnerstag, 11. März 2010 14:53

Am gestrigend Abend stand “Alice im Wunderland” auf unserem (Kino-)Programm.

Vorab das nunmehr Nebensächliche: der Film ist wirklich klasse, Johnny Depp spielt mal wieder überragend-wahnsinnig und Tim Burton schafft eine (im wahrsten Sinne des Wortes) traumhafte Fantasie-Welt.

Aber das nur am Rande. ;-)

Wir “durften” den Film nämlich in erweitertem Surround-Sound erleben: Film von vorne, dummes Gelaber von hinten. Direkt hinter uns saß die versammelte Krefelder Baggy-schiefe-Kappe-auf-dem-Kopf-Checker-Fraktion und meinte, den gesamten Film mit ihrem sinnfreien Gewäsch zu unterlegen.
5 Minuten habe ich mir das noch angehört, dann ist mir das erste Mal der Kragen geplatzt, ich habe mich das erste Mal umgedreht und gesagt, dass wir durchaus in der Lage sind, der Handlung des Films zu folgen, ohne dass sie jede Szene kommentieren.
Viel genutzt hat es nicht, nach kurzer Zeit ging das Gebrabbel wieder weiter… in einer dialoglastigen Phase des Films (also Dialoge, die tatsächlich die Handlung voran getrieben haben und nicht das Gebrabbel im Nacken) habe ich mich nochmal umgedreht und gefragt, ob ich vorhin wirklich so undeutlich war, dass sie gefälligst die Fr*sse halten sollten oder was daran nicht zu verstehen war?

Um meine Worte zu verstehen, hätte es aber offenbar einen Empfänger mit Hirn vorausgesetzt - und ich habe ja schon erwähnt: Checker, Kappe, Baggy, ergo: brachliegende Hirnleere.

Also ein neuer Versuch: mein “Angebot”, dass ich ihm auch meine Cola über den Latz schütten könnte, wenn er nicht endlich die Schnauze halten würde, blieb ebenfalls ohne Wirkung, als ich dann demonstrativ schon mal den Deckel vom Becher genommen habe, ging’s dann zumindest halbwegs…

Ich frage mich, wieso solche Spasten a) überhaupt in einen solchen Film gehen, der sie ohnehin intellektuell überfordert und b) nicht zum Friseur gehen, wenn sie unbedingt das Bedürfnis haben, sich ihrer Umwelt mitzuteilen?

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

DSDS 2010

Sonntag, 7. Februar 2010 15:53

Die Kandidaten der Mottoshows der aktuellen Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” stehen fest, Zeit, für ein erstes subjektives Resumee.

Das Casting war wie immer amüsant, wobei niemand an meinen Songquiz-Helden herankommt. Schon früh war aber wieder einmal zu erkennen, dass bei der Auswahl der weiteren Kandidaten bestimmte Klischees erfüllt werden sollen und Quote wieder einmal über Qualität geht - man darf nicht vergessen, dass das Format nicht “Deutschland sucht den besten Sänger heißt”, aber wie sehr bereits im Vorfeld Krankheiten und persönliche Schicksalsschläge ausgeschlachtet werden und dass Kandidaten durch blankes Jammern und Nerven wir Malcolm es immerhin bis in den Recall schaffen. Auch im Recall wurde schnell deutlich, welche Kandidaten auf Biegen und Brechen in die Endausscheidung gebracht werden sollen und welche nicht ins Sendekonzept passen. Auffällig war, dass bei den männlichen Teilnehmern generell mehr Talent zu erkennen war, dies aber für eine “vorzeigbare

Letztlich sind folgende 15 Kandidaten übrig geblieben:

Naomi Marte: Nachdem es in der vergangenen Staffel eine Harfenspielerin in die Top 15 geschafft hat, hat es mit Akkordeon-Naomi die nächste Kandidatin mit einem ungewöhlichen Instrument ins Finale geschafft - nach ihrem interessanten Auftritt im Casting, ist sie in meinen Augen beim Recall aber eher blass geblieben. Hübsch ist sie, talentiert auch, aber in meinen Augen keine Kandidatin für den Gesamtsieg.

Superstar-Klischee: ungewöhnliches Instrument

Thomas Karaoglan: der “Checker” ging mir von der esten Sekunde unfassbar auf den S*ck, mangelndes Talent überspielt er durch ein übersteigertes Selbstvertrauen - und hat mit diesem Auftreten die Jury auf seine Seite gebracht.
Wird sicherlich nicht der nächste Superstar werden, weil er musikalisch talentbefreit ist, trotz dessen wird er uns noch ein paar Sendungen auf den Geist gehen - bis es auch der Jury zu blöd sein wird, dass außer Show nichts dahinter steckt.

Superstar-Klischee: große Klappe, nichts dahinter

Steffi Landerer: ihr Gesangstalent kann mit viel gutem Willen noch als “ok” umschreiben, ist aber sicherlich nicht ausreichend, um damit auch nur eine Platte zu verkaufen. Die zwei wahren Gründe für ihr Weiterkommen hängen auch unterhalb der Stimmbänder…

Superstar-Klischee: Sex sells

Nelson Sangaré: für mich der erste Kandidat in der Liste, der es wirklich verdient hat, in die Finalshows zu kommen und für mich jemand ist, der um den Gesamtsieg kämpfen wird. Er hat eine schöne, einfühlsame Stimme, hat musikalisch schon Vielseitigkeit bewiesen und macht optisch was her. Er wäre der Quoten-Schwarze, aber da würde man ihm bei seiner Leistung unrecht tun.

Maria Valencia: Mein erster Gedanke: Wer? Für mich die Kandidatin, mit der ich überhaupt nichts verbinde - und damit wohl auch genauso schnell wieder aus der Erinnerung wie aus den Mottoshows verschwinden wird, aber irgendwie musste man die Frauenquote wohl aufrecht erhalten.

Superstar-Klischee: das 15. Rad am Wagen

Menowin Fröhlich: mit dem ehemaligen Kandidaten, dessen Superstar-Traum damals geplatzt ist, weil er mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, hat RTL natürlich eine Geschichte, die sich prima ausschlachten lässt - wobei auch Menowin das nicht gerecht wird, weil er zu den talentiertesten Kandidaten gehört. Er hat seinen eigenen Stil, ist sympathisch und singt mit viel Gefühl - ein absoluter Kandidat für den Gesamtsieg. Überraschenderweise scheint er auch musikalisch vielseitig zu sein: Hip Hop, Balladen, Sommer-gute-Laune-Songs: bei allen fühlt er sich wohl.

Superstar-Klischee: aus der Gosse zum Star

Kim Debkowski: hat sich seit dem letztjährigen Recall enorm gesteigert, an sich gearbeitet und war eine der besten weiblichen Kandidaten, so dass sie verdiente Teilnehmerin der Top 15-Shows ist - und schnuckelig ist sie auch, sofern man das unter 15kg Makeup beurteilen kann.

Superstar-Klischee: der singende Schminkkasten

Mehrzad Marashi: Mehrzad ist der Kandidat, der mich bislang am meisten überrascht hat: bei seinem ersten Einspieler im Casting dachte ich “was ist das für einer” - um sich dann in seinen Gesprächen als absoluter Sympath herauszustellen und dazu spricht er mich auch musikalisch total an. Für mich jemand, der es auf jeden Fall weit bringen wird…

Superstar-Klischee: gut und sympathisch, geht doch!

Marcel Pluschke: kann nicht wirklich singen, kann kein Englisch - wenn das also einer der 15. besten von mehreren tausend Teilnehmern sein soll, dann falle ich vom Glauben ab. Was der in den Mottoshows soll, ist mir ein absolutes Rätsel… *wunder*

Superstar-Klischee: da muss eine Verwechslung vorliegen…

Manuel Hoffmann: für mich ebenfalls einer der “besseren” Kandidaten, dazu der Typ “netter Kerl” - um am Ende wirklich bei den letzten Shows dabei zu sein, muss er aber auch mal Ecken und Kanten beweisen, sonst ist die Gefahr zu groß, dass er insgesamt zu blass bleibt.

Superstar-Klischee: Schwiegermamas Liebling

Ines Redjeb: sieht verboten gut aus *yummi*, singen kann sie auch und scheint auch den Rat der Jury aus dem Casting berücksichtigt zu haben, dass sie an ihrer Performance arbeiten muss und sich entsprechend “verkaufen” muss.

Superstar-Klischee: junge Mami

Dirk Petry: der Quoten-Spinner, letztes Jahr war es Holger Göpfert, dieses Jahr ist es Dirk Petry. Sehen wir es positiv: er hat seinen ganz eigenen, unverkennbaren Stil.

Superstar-Klischee: Dachschaden

Helmut Orosz: Sunnyboy und Showtalent.

Superstar-Klischee: letzte Chance DSDS

Céline Denefleh: Unerträgliche Quäk-Stimme wie Kermit der Frosch. Hat sich gegen etliche bessere Kandidaten durchgesetzt, weil man ihre Krankheitsgeschichte medial ausschlachten kann - und mir kommt es schon aus den Ohren raus!

Superstar-Klischee: Deutschland sucht die Krankenakte

Kevin Reichmann: Ähnlich wie bei Maria Valencia für mich ein Kandidat, der mir bislang weder besonders positiv noch negativ aufgefallen ist, sein letzter Recall-Auftritt war aber nicht so verkehrt… wird unter “ferner liefen” landen, weil er weder musikalisch herausragend noch sonst irgendwie besonders ist.

Superstar-Klischee: entfällt wegen is’ nich’ ;)

Die Klischee-Kandidaten sind jedes Jahr austauschbar, dafür sind etliche interessante und talentierte Kandidaten unkommentiert in der Versenkung verschwunden, z.B. Joel, der gitarrenspielende Australier oder auch Maximilian, von dem man auf einmal auch nichts mehr gehört hat.

Thema: Allgemein | Kommentare (2)

Tops & Flops 2009: Teil 1 - Musik

Donnerstag, 14. Januar 2010 11:26

Das Jahr 2009 liegt nun schon 2 Wochen hinter uns - Zeit, noch einmal den Blick (und das Gehör) über das Jahr schweifen zu lassen, die verschiedenen Eindrücke Revue passieren zu lassen und die höchst subjektiven Tops & Flops zu küren.

Teil 1 meines Jahresrückblicks widme ich den Singles - nein, nicht denjenigen ohne Partner, sondern der Musik in einzelnen, kleinen Häppchen:

Top: Razorlight - Wire to Wire

Es gab 2009 sicher einige Songs, die sich um meinen musikalischen Platz an der Sonne gestritten haben (u.a. Heavy Cross von Gossip), aber Wire to Wire habe ich trotz monatelanger Chart- und Radiopräsenz noch nicht “totgehört”.

Flop: P!nk - Funhouse

Musikalischen Schrott gab es zuhauf, sicher auch einzelne (Mach)werke die für sich genommen noch miserabler sind als “Funhouse” - P!nk hat sich aber den Top of the Flops verdient, weil ich ihre musikalische Entwicklung so bemerkenswert finde: in schöner Regelmäßigkeit produziert sie Songs, die ich richtig gut finde (z.B. aktuell auch wieder I don’t believe you) - um danach wieder einen Single auf den Markt zu werfen, bei der mir das Blut nach wenigen Sekunden bereits aus den Ohren zu triefen scheint.

Funhouse ist über die Maßen gehyped, quäkig, kurzum: un - er - träg - lich!

P!nks musikalischer Werdegang gleicht ihrem optischen Auftreten: manchmal sieht sie echt ganz passabel aus, aber die meiste Zeit hat sie einen “Stil” wie die letzte Cracknutte am Hamburger Hafen.

Thema: Allgemein | Kommentare (2)

Wer ist eigentlich dieser Köln?

Sonntag, 20. Dezember 2009 22:39

Die Antwort habe ich nun bei Ebay gefunden, Köln ist offenbar nicht mehr als ein Kreditinstitut:

Thema: Internet-Fundstücke | Kommentare (1)

Last Christmas - 25 Jahre sind NICHT genug

Donnerstag, 17. Dezember 2009 17:11

In einer guten Woche ist Weihnachten, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und wie jedes Jahr spaltet Wham mit Last Christmas die geneigte Nation der Radio-Hörer. Derjenige, der hier für die Rheinische Post schreibt, ist auf jeden Fall offenbar kein Freund des Songs:

http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::543716&hxmain_category=::pjsub::opinio::/ausgehen_feiern/feste_feiern/weihnachten

Ja, ich stehe dazu: ich mag den Song! Ja, ich freue mich jedes Jahr wieder darauf! Und ja, ich finde, er spricht mir aus der Seele und drückt genau die Gedanken und Gefühle aus, die mich in den letzten Tagen bewegen.

Last christmas I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I´ll give it to someone special

An DietMarc: Junge, warst du nie unglücklich verliebt? Hast du nie all deine Gefühle und deine Kraft in etwas investiert, ohne dass es erwidert wurde? Hast du wirklich nie gedacht: Das passiert mir nicht nochmal? Hast du nie ausgerechnet an Weihnachten den Wunsch empfunden, nicht (mehr) allein zu sein, nie das Bedürfnis gehabt, gerade diese Zeit mit jemandem teilen und genießen zu können?

Um es mal so zu sagen: du magst den Song zwar gehört haben, aber gefühlt respektive verstanden hast du ihn sicherlich nicht.

Eines steht außer Frage: Last Christmas ist sicherlich kein klassisches Weihnachtslied, ganz im Gegenteil - und gerade das macht es für mich zu etwas Besonderem, weil es über das unerträglich, vor Pathos triefende “Wir nehmen uns alle an die Hand und haben uns lieb”-Einerlei des üblichen Weihnachtsschnulzes hinaus geht.

Sicherlich kann man über Musikgeschmack nicht streiten und dass die Medien bestimmte Songs zu Tode spielen steht ebenfalls außer Frage (und dieses Problem bezieht sich nicht nur auf Musik, sondern auf alles, was aktuell im Radio und TV gerade gut ankommt) - aber für mich gehört Last Christmas als feste Einrichtung in die Weihnachtszeit wie Dinner for one zum Jahreswechsel - oder die Gurke auf den Cheeseburger! - die einen lieben sie, die anderen hassen sie…

Thema: Allgemein, XX vs. XY | Kommentare (2)

Kabinett oder Kabarett

Freitag, 30. Oktober 2009 13:49

Nachdem unsere neue (und zum Teil alte) Regierung nun fest steht, fühle ich mich genötigt, meinen Senf zu der Zusammensetzung der Minister und den ersten politischen Entscheidungen abzugeben.

Vorab: ich habe die da nicht gewählt, also beschwert euch bitte nicht bei mir, wenn unser Land bald völlig in Trümmern steht!

Deutschland wird ab sofort anderen Staaten gegenüber von einer Außenministerin :D vertreten, die der englischen Sprache nur bedingt mächtig scheint - prima!
Da es aber nicht reicht, sich international zu blamieren, darf auch ein Herr Schäuble weiterhin einen Ministerposten besetzen - dass er die innere Sicherheit oder das, was er dafür hält, genug mit Füßen getreten (sic!) hat, scheint man erkannt zu haben, offenbar scheint man aber aus Pietätsgründen an ihm festhalten zu wollen und so vertraut man ihm das Amt des Finanzministers an - eine weise Entscheidung, denn der Finanzhaushalt ist ohnehin so desolat, dass er da auch nicht mehr viel ruinieren kann.
Um einen nicht weniger problematischen Bereich - das Gesundheitswesen - darf sich nun Philipp Rösler kümmern, der nach eigenen Aussagen gar nicht in die Bundespolitik wollte.
Der einzige bisherige CDU-Minister, dem ich Ahnung von wirtschaftlichen Fragen attestieren würde, ist Dr. Karl-Theodor (all seine Vornamen würden den Webspace sprengen ;) ) Freiherr zu Guttenberg - und weil er offenbar Angela Merkel zu mächtig wurde und nicht im allgemeinen Ministerfluss mitschwamm, wurde er klassisch weggelobt und mit dem Posten des Verteidigungsminsters mundtot gemacht - in meinen Augen ein Trauerspiel.

Nachdem in diesem Jahr mit der Abfuck-Prämie schon eine der größten Luftnummern der politischen Geschichte in den gesellschaftlichen Sand gesetzt wurde (die Autohäuser, die sich in diesem Jahr noch durch die künstlich erzeugten Verkäufe über Wasser halten konnten, müssen kommendes Jahr schließen, da es im fast identischen Umfang einen Umsatzrückgang geben wird, da sich der Zeitpunkt für den Neuerwerb lediglich verschoben hat; darüber hinaus stehen etliche kleine Werkstätten vor dem Aus (weil man ihnen die Fahrer von älteren Fahrzeugen als Kunden genommen hat. Von Folgerwirkungen auf andere Branchen (denen das Geld fehlt, das stattdessen in die Autobranche geflossen ist) brauchen wir gar nicht zu reden…), gibt es nun wilde Steuererleichterungsversprechungen mit Geld, das schlichtweg nicht vorhanden ist.

Die wirklichen Kröten, die alle schlucken müssen, werden ohnehin erst nach der NRW-Wahl im kommenden Jahr verkündet, weil man sonst dort um die Mehrheit bangen würde, bis dahin werden noch fleißig Versprechungen gemacht - sozusagen das Zuckerbrot vor der Peitsche, die es dann 2010 setzen wird.

In diesem Sinne: frohes Regieren…

Thema: Allgemein | Kommentare (0)